Dienstag, 17. Mai 2011

Der Tod der Unschuldsvermutung

Kommentar

„Der Strauss-Kahn, so ein Saukerl, das ist typisch. Diese Typen glauben einfach, dass sie sich alles erlauben können“. So beginnt gestern ein kurzes Gespräch zwischen einem Freund  und mir. Auf meine Frage, wie er sich so sicher sein könne, dass Strauss-Kahn schuldig ist antwortet er: „Na bitte schau ihn dir an. Das sieht man dem doch schon an. Und kennst nicht seinen Ruf? Der hat ja die eine Journalistin auch belästigt“. In dem Moment geht mir ein Licht auf: Die Unschuldsvermutung ist tot. Die Medien, sowohl öffentlich-rechtliche als auch private, stürzen sich auf Affären wie diese wie Geier auf ein frisch verendetes Wildtier. Mit recht? Zumindest mit Berechnung. Denn Skandale verkaufen sich eben gut. Dass es, mit Ausnahme einer Aussage der Hotelbediensteten und darauf folgend der Zu-Wort-Meldung einer französischen Journalistin noch keinerlei Beweise gibt hält niemanden davon ab den IWF-Chef zu zeigen, wie er in Handschellen abgeführt wird. Nur zur Klärung: Dies ist keine Pro-Strauss-Kahn-Schrift. Ob er schuldig ist oder nicht haben Gerichte zu entscheiden. Dass die Medien durch Ihre derartige Berichterstattung aber einen Prozess beeinflussen, bevor er überhaupt begonnen hat ist sowohl moralisch bedenklich, als auch rechtlich problematisch. Wenn das so weitergeht, wird wohl in Zukunft die „Schuld-Vermutung“ gelten. Diese medial kreierte Beweislastumkehr ist höchst bedenklich. Denn in einem Rechtsstaat sollte nur schuldig sein, wer von einem ordentlichen Gericht rechtskräftig für schuldig befunden wurde und nicht, wer im Fernsehen in Handschellen abgeführt wird.

Dienstag, 26. April 2011

Prinz William, das Kondomgesicht

Foto: http://www.planet-liebe.de/forum/showthread.php?t=278035&page=

Kommentar:

Also gemeinhin ist man ja leicht mit dem Spruch: "Wenn's nicht so traurig wär' müsste man fast drüber lachen" bei der Hand. Aber in diesem Fall ist es so lustig, dass man ausnahmsweise vor lauter lachen der Traurigkeit der Vermarktungssucht rund um die Hochzeit des englischen Prinzen William und seiner Kate eine Abfuhr erteilen muss.

Alleine, die wunderschöne Tatsache, dass die Kronjuwelen (Crown Jewels) nicht nur für einen Teil des britisch-royalen Schatzes stehen, sondern auch synonym für das männliche Sub-Äquatorialgebiet verwendet werden ist schon köstlich.

Dass sich Engländer aber ernsthaft für ihr Techtelmechtel das britische Brautpaar mit ins Schlafzimmer nehmen wollen und dafür auch noch ordentlich bezahlen ist so kurios, dass man es wohl an dieser Stelle nur mit Goscinnys Obelix halten kann: "Die spinnen, die Briten!"

Freitag, 22. April 2011

Von Goldgräbern und Hasenjagd

"Kommentar"

Wer jagt jetzt wen? Silber Gold, weil es den Preis-Gap pro Unze immer weiter schließen will oder doch Gold Silber, weil es die selbe Performance will? Oder jagen alle Kleinanleger die beiden Edelmetalle? Oder gar nichts von all dem? Letzteres ist wahrscheinlich:

Gold ist auf Rekordhoch. Der vermeintlich sichere Hafen bringt nun nach der furchtbaren Schwächelphase in den mittleren 80er und gesamten 90er Jahren also für alle die so lange warten konnten doch noch was ein. Das könnte auch eine Zeit so bleiben. Mittelfristig wird von Experten mit Kursen bis zu 1700 US-Dollar pro Feinunze gerechnet. Aber wen interessiert schon Gold? Silber ist das Edelmetall der Stunde. Oder nicht?

Eine tolle Sache ist das halt schon mit dem Silberpreis. Der steigt und steigt und steigt. Kann eigentlich gar nix passieren. Ist ja krisensicher und es stehen reale Werte dahinter. Da kann mindestens genauso wenig passieren wie bei Immofinanz und Meinl European Land. Was der Kleinanleger, der sich noch schnell ein paar Silberbarren oder den einen oder anderen Call-Optionsschein besorgt nicht bedenkt ist nämlich, dass die potentielle Volatilität des Silbers enorm ist. Der weltweite Silbermarkt ist so klein, dass wohl einer der 20 reichsten Menschen der Welt ausreichen würde um ihn aufzukaufen. Und so spielen ein paar Big Player Ihr lustigen Spielchen. Mehr als 500% Performance hat Silber, nach derzeitigem Kurs, in den letzten zehn Jahren gemacht. Den Löwenanteil davon im letzten Jahr. Doch irgendwann wird die Marktpsychologie wieder umschlagen und man wird sich der Hysterie besinnen in der sich der Silberpreis so rekordartig gesteigert hat. Dann ist Zahltag bei der Treibjagd. Und die geschossenen Hasen, werden nicht die alten Finanz-Hasen hinter großen Investment-Fonds sein, sondern die Kleinanleger, die mit ihren jetzt noch schnell gekauften vermeintlichen Schnäppchen in der Hand erlegt werden. Weidmanns Heil!